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Regionalgruppe
Köln
Vortrag

BioInformatik

Themenabend am 25.11.2015 im Hörsaal VI der Uni

Datum und Uhrzeit

25.11.2015, 18:00 - 21:00 Uhr
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Veranstaltungsort

Universität Köln
Hörsaal VI, im Hauptgebäude
Köln, Deutschland

Beschreibung

Bioinformatik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die sich unter anderem mit der Verwaltung und Integration biologischer Daten, Sequenzanalyse und Strukturbioinformatik beschäftigt. Gegenstand des weitgefächerten Gebietes sind zahlreiche Probleme der Lebenswissenschaft und deren Lösung mithilfe von computergestützten Methoden. Die Bioinformatik ist Teil der Lebenswissenschaften und hat z. B. maßgeblich zur Sequenzierung des menschlichen Genoms beigetragen.

Über welche Möglichkeiten verfügt die Bioinformatik heute? Welche Produkte werden in diesem Bereich erstellt? Wie sehen die Ergebnisse aus und in welcher Form gehen sie beispielsweise in modere Medikamente ein? Hierüber geben die Vorträge unserer Referenten eine Einblick.

Vortrag 1:

Simulation kooperativer biologischer Systeme

Der Referent: Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Heiden hat nach einem Studium der Biologie im Bereich Physikalische Chemie zum Thema Molecular Modelling promoviert und lehrt an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Medieninformatik sowie Bio-medizinische Informatik. Er repräsentiert innerhalb der Kompetenzplattform Bioengineering den Bereich Bioinformatik und ist außerdem Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitstelematik sowie Mitglied des Forschungsschwerpunktes Visual Computing an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Seine Aktivitäten in Lehre und Forschung umfassen biomolekulare Visualisierung, Entwicklung sensorischer Systeme, biologische Simulation und Hypermedia Edutainment.

Zum Vortrag: Jenseits der "klassischen" Bioinformatik befassen sich aktuelle Forschungsarbeiten mit vielfältigen Themen an der Schnittstelle zwischen Biologie und Informatik. Ein besonders interessantes Gebiet widmet sich der Aufgabe, die beeindruckenden Fähigkeiten von Schleimpilzen zu kooperativen sensorischen Leistungen sowie zur Bildung komplexer und ausfallsicherer Netzwerke nachzubilden. Der Vortrag stellt Ansätze vor, mithilfe der Simulation von Multi-Agentensystemen das Verhalten der Schleimpilze besser verstehen und algorithmisch nachbilden zu können.

Vortrag 2:

Computermethoden zur Auffindung und Optimierung von Wirkstoffen

Der Referent: Prof. Dr. Alexander Hillisch ist Wirkstoffdesigner und bei Bayer Pharma AG beschäftigt. Er leitet die Abteilung „Computational Chemistry“ am Standort Wuppertal, die für das computergestützte Wirkstoffdesign zur Behandlung von Herz-Kreislauf- und Augenerkrankungen verantwortlich zeichnet. Sein Team verwendet und entwickelt Methoden zur Vorhersage von Aufnahme und Verstoffwechselung kleiner Wirkstoffmoleküle, sowie die Abschätzung von Bindungsaffinitäten an menschliche Zielproteine.

Der Vortrag geht der Frage nach, in wie weit heute Computermethoden die Auffindung und Optimierung von Wirkstoffen ermöglichen bzw. erleichtern können. Unterschiedliche Ansätze wie aufwändige Moleküldynamik- Simulationen von Protein-Ligand Komplexen oder maschinelle Lernverfahren mit großen Datenmengen kommen dabei zum Einsatz. Die positiven Auswirkungen auf die Entwicklungspipeline aber auch die Limitierungen der Ansätze werden diskutiert.

Vortrag 3:

Data Mining in biomedizinischer Fachliteratur und Nutzung zur Modellierung neurodegenerativer Erkrankungen

Der Referent: Prof. Dr. Martin Hofmann-Apitius ist Abteilungsleiter beim Fraunhofer SCAI und Professor for Life Science Informatics beim B-IT in Bonn.

 Der Vortrag: Demenzerkrankungen wie Alzheimer gehören zu den ganz großen Herausforderungen; nicht nur, weil sie sprunghaft zunehmen, sondern auch vor allem deshalb, weil ihre Ätiologie unklar ist. Der Beginn der Prozesse, die zur Demenz führen, liegt oftmals viele Jahre, ja sogar Jahrzehnte vor dem Auftreten klinischer Symptome. Im Vortrag werden neue Wege zur Modellierung komplexer Erkrankungen aufgezeigt, die auf einer Kombination verschiedener Mining-Methoden aufbauen. Wissensbasierte Ansätze, die durch Text Mining Workflows unterstützt werden, können virtuos mit datengetriebenen Ansätzen kombiniert werden. Das EU-Projekt „AETIONOMY“ nutzt derartige Ansätze, um Mechanismen zu identifizieren, die neurodegenerativen Erkrankungen zugrunde liegen.

 
Moderation: Dr. Oliver Stiemerling

Organisator

RG Köln

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