Organisatorisches

Beginn um 18:00 Uhr.

 

Der Themenabend finden statt im Hörsaal VI im Hauptgebäude der Uni Köln (Albertus-Magnus Platz 1, 50931 Köln, Untergeschoss, Bauteil 6).

 

Die Veranstaltung steht allen Interessierten (auch Nicht-GI-Mitgliedern) offen und ist kostenfrei.

Bitte melden Sie sich spätestens bis zum 19.09.2016 formlos per Email unter rg-koeln(at)gi-ev.de an. Eine Antwortmail schicken wir nur, falls es keinen Platz mehr gibt.

Und bitte reichen Sie diese Ankündigung an interessierte Kollegen und Kolleginnen weiter!

3D-Druck “Kaufst Du noch oder druckst Du schon?”

Themenabend 21.09.2016, 18:00 Uhr im Hörsaal VI der Uni

3D-Druck erlaubt das Erzeugen einzelner physischer Gegenstände aus unterschiedlichen Materialen auf Basis eines digitalen Bauplans direkt aus einem Computerprogramm heraus. Diese Technologie hat es nach vielen Jahren in Forschungslaboren inzwischen in die Industrie und zu Privatanwendern geschafft und verspricht, die Art wie, wo und von wem produziert wird weitestgehend umzukrempeln.

Neben den technischen Aspekten des 3D-Drucks, konkreten Nutzungsbeispielen aus der Industrie und den vielen Berührungspunkten mit der Informatik betrachtet dieser Themenabend auch die rechtlichen Konsequenzen, die sich aus der Bedeutung und Rolle des digitalen Bauplans ergeben.

Vortrag 1: „Additive Fertigung und die Cloud“

Der Referent: Felix Baumann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Rechnergestütze Ingenieursysteme der Universität Stuttgart. Sein Forschungsgebiet umfasst seit 2012, nach dem Abschluss als Dipl.-Informatiker an der Universität Stuttgart, das Geschäftsprozessmanagement und die Additive Fertigung. Insbesondere die Vernetzung verschiedener Aspekte (Hard- und Software, Prozesse und Prozessbeteiligte) der Additiven Fertigung ist Thema seiner Veröffentlichungen.

Der Vortrag: Der Vortrag hat die Analyse verschiedener Online 3D Printing Services, sowie deren Integration in das Konzept des Cloud Manufacturing (CM) zum Thema. Nach dem Vorbild des Service Oriented Computing oder Cloud Computing, werden beim CM die Fertigungsressourcen (z.B. Drucker) und Fähigkeiten (z.B. Entwicklungsleistung) als konsumierbare, abstrakte und transparente Services im Internet angeboten. Diese Services können zu virtuellen Produktionsabläufen (Prozessketten) zusammengeschalten sein und realisieren dadurch eine virtuelle und leichtgewichtige Produktion. Der 3D Druck kann in solchen virtuellen Netzen eine nutzbare Ressource darstellen.

Vortrag 2: „Anwendungsfelder der Informatik beim 3D Druck am Beispiel von Laser Sintern (SLS)“ und „Chancen, Grenzen und Möglichkeiten von Consumer 3D Druckern“

Der Referent: Tilo Remhof ist Experte für Additive Manufacturing und arbeitet seit 2008 für die 3M Deutschland GmbH. Als Senior Spezialist Mechatronik ist er verantwortlich für das Additive Manufacturing Labor in der zentralen Forschung am Standort in Neuss. Im Rahmen von verschiedenen Projekten werden Fragestellungen im Zusammenhang mit selektivem Lasersintern behandelt. Darüber hinaus werden andere Verfahren wie z. B. das Binderjetting betrachtet. Ziel ist es, neue Materialien mit bisher nicht verfügbaren Eigenschaften zu entwickeln, die dann in neuen Produkten ihre Anwendung finden. Neben der beruflichen Arbeit ist Tilo auch in der Maker Szene aktiv und nutzt seinen eigenen 3D Drucker, um Teile für persönliche Bastelprojekte und Reparaturen herzustellen.

Der Vortrag (industrieller Teil): Selektives Laser Sintern gehört zu den ältesten bekannten 3D Druck Verfahren und hat schon seit einigen Jahren einen festen Platz in der industriellen Fertigung. Sowohl Polymere als auch Metalle werden nicht nur im Prototypenbau verarbeitet, sondern auch in kleinen Serien. Die fortschreitende Optimierung der Prozesstechnik führt zu immer attraktiveren Kostenmodellen und damit neuen Anwendungsfeldern. Der Vortrag beleuchtet die ganze Prozesskette und zeigt vor allem Betätigungsfelder der Informatik auf.

Privater Teil: 3D Druck spielt auch im privaten Bereich eine immer größere Rolle. Preiswerte Drucksysteme sind für unter €500,- zu haben und ermöglichen 3D Druck zu Hause. Alternativ verfügen immer mehr öffentliche Einrichtungen wie Bibliotheken oder Maker Spaces über 3D Drucker, die genutzt werden können. Der private Teil des Vortrags zeigt die Chancen und Grenzen der Consumer Geräte auf und wagt einen Blick in die Zukunft.

Vortrag 3: „3D-Druck aus rechtlicher Perspektive“

Der Referent: Niklas Kinting ist Partner bei den CBH Rechtsanwälten in Köln und Lehrbeauftragter an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf. In seiner rechtsanwaltlichen Praxis ist er spezialisiert auf die Bereiche des Informationstechnologierechts und der technischen Schutzrechte. Er berät Mandanten u.a. in Hard- und Softwareprojekten, bei lizenzvertraglichen Fragestellungen (z.B. Open Source, Lizenzaudit) und im Erfinderrecht. Als Mitglied des Autorenteams der Zeitschrift IPkompakt veröffentlicht Niklas Kinting regelmäßig Beiträge zu aktuellen Entscheidungen im gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht.

Der Vortrag: Die zunehmende Verbreitung von 3D-Druckern im industriellen und privaten Bereich wirft zahlreiche rechtliche Fragestellungen auf. Dies betrifft insbesondere die bei der Verwendung dieser Technologie zu beachtenden rechtlichen Grenzen, denn die Herstellung einer Kopie berührt das geistige Eigentum des Schöpfers oder Rechteinhabers der Vorlage und kann daneben ordnungsrechtlich relevant sein. Der Vortrag gibt einen Überblick über ausgewählte rechtliche Aspekte im Kontext der Anwendung des 3D-Drucks.

Moderation: Dr. Oliver Stiemerling

Bitte melden Sie sich formlos bis spätestens am 19.09.2016 per E-Mail unter
rg-koeln@gi-ev.de an. Und bitte reichen Sie diese Ankündigung an interessierte Kollegen und Kolleginnen weiter. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen und ist kostenfrei.