Organisatorisches

Beginn um 18:00 Uhr.

 

Die Veranstaltung findet statt Hörsaal VI im Hauptgebäude der Uni Köln statt. (Albertus-Magnus Platz 1, 50931 Köln).

 

Die Veranstaltung steht allen Interessierten (auch Nicht-GI-Mitgliedern) offen und ist kostenfrei.

Bitte melden Sie sich spätestens bis zum 18.02.2018 formlos per Email unter rg-koeln(at)gi.de an. Eine Antwortmail schicken wir nur, falls es keinen Platz mehr gibt.

Und bitte reichen Sie diese Ankündigung an interessierte Kollegen und Kolleginnen weiter!

Digitale Bildung

Themenabend am 21.02.2018 im Hörsaal VI der Uni Köln

Digitalisierung ja – aber welche Art der digitalen Bildung brauchen wir? Benötigen die „Digital Natives“, die oft schon im Kindergartenalter erste Erfahrungen mit Smartphones & Tablets gesammelt haben, überhaupt einen Informatikunterricht? Ab welcher Schulklasse? Als Wahl- oder vielleicht sogar als Pflichtfach? Was gehört in so einen Unterricht? Muss wirklich jeder programmieren können? Reicht es nicht, über Datenschutz und unbedachte Verwendung von Social Media etc. aufzuklären?
In diesem Themenabend beleuchten drei Vorträge Aspekte der Digitalen Bildung: Warum ist informatische Bildung wichtig, was versteht man überhaupt darunter und schließlich wie sieht informatische Bildung in der Praxis aus. Zur letzten Frage hören wir einen Bericht eines Informatiklehrers.

Vortrag 1: Bildung in der digitalen Welt: Medienbildung und/oder informatische Bildung?!

Der Referent: Prof. Dr. Torsten Brinda studierte bis 1998 Angewandte Informatik an der Universität Dortmund. Seine wissenschaftliche Ausbildung absolvierte er an den Universitäten Dortmund und Siegen in den dortigen Fachgruppen für Didaktik der Informatik und promovierte 2004 in Siegen zur objektorientierten Modellierung im Informatikunterricht. 2005 folgte er einem Ruf an die Universität Erlangen-Nürnberg auf eine Professur für Didaktik der Informatik. Seit 2012 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik der Informatik an die Universität Duisburg-Essen. Seine aktuellen Forschungsinteressen und -schwerpunkte liegen in den Bereichen Digitale Bildung sowie Schülervorstellungen und Kompetenzmodellierung/-messung im Informatikbereich. Er ist Bundessprecher des Fachbereichs „Informatik und Ausbildung/Didaktik der Informatik“ der Gesellschaft für Informatik (GI) und gehört zu den Verfassern der „Dagstuhl-Erklärung“, die große Beachtung in der aktuellen Diskussion zur Digitalen Bildung fand.

Der Vortrag: Seit ein paar Jahren gibt es eine verstärkte Diskussion im Bereich des nationalen Bildungssystems, wie dieses weiterentwickelt werden soll, um den Herausforderungen der Digitalisierung für unsere Gesellschaft gerecht zu werden. Breit und weitestgehend unstrittig wird gefordert, verstärkt auch digitale Medien für das Lehren und Lernen in Schulen und Hochschulen einzusetzen mit dem Ziel der Ausprägung entsprechender Medienkompetenz. Dass es ohne Informatik jedoch keine Digitalisierung und damit keinen Bedarf für "Digitale Bildung" gäbe, wird in der Diskussion oft vernachlässigt. Bildung in der digitalen Welt, die den Anspruch hat, allgemeinbildende Ziele von Schule zu verfolgen, muss Digitalisierung als Unterrichtsmittel und als Unterrichtsgegenstand in den Blick nehmen.

Vortrag 2: »…und dann musst du hier klicken!« – Was ist informatische Bildung?

Der Referent: Daniel Siebrecht ist nach dem zweiten Staatsexamen in Informatik und Latein seit 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet »Didaktik der Informatik« an der Bergischen Universität Wuppertal. In seinem Qualifikationsvorhaben (Betreuung: Prof. Dr. Ludger Humbert) setzt er sich unter anderem damit auseinander, welche didaktischen Herausforderungen und Gestaltungsoptionen mit der Darstellungsform »Quelltext« verbunden sind, nicht zuletzt im Kontrast zur steigenden Anzahl visueller Programmiersprachen.

Der Vortrag wird die Frage nach informatischer Bildung und deren Bedeutsamkeit aufwerfen, die anhand alltagsnaher Beispiele sowie grundlegender informatikdidaktischer Theorien beantwortet werden soll. In diesem Zusammenhang werden einerseits einige begriffliche Überlegungen angestellt, um informatisches Fachvokabular im didaktischen Einsatz schlüssig zu gestalten; andererseits werden die didaktischen Konzepte wie diejenigen der fundamentalen Ideen, der informatischen Modellierung und der Phänomen¬orientierung vorgestellt. Zudem werden exemplarisch ausgewählte, bekannte Ansätze der Informatikdidaktik wie »cs-unplugged« oder auch »strictly objects first« aufgegriffen.

Vortrag 3: Digitale Bildung in der Schule – Einblick in den Informatikunterricht an einem Gymnasium in NRW

Der Referent:  Nils J. van den Boom studierte von 2002 bis 2006 an der RWTH Aachen. Von 2007-2009 absolvierte er das Referendariat. Seit 2009 ist er Lehrer für Mathematik und Informatik am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn, seit 2015 Fachleiter für Informatik am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Bonn.

Der Vortrag: In dem Vortrag wird ein kurzer Überblick gegeben in welcher Form das Fach Informatik an einem Gymnasium angeboten werden kann und wie die Lehrpläne für Informatik aussehen. Anschließend werden konkrete Informatikunterrichtsbeispiele aus den Sekundarstufen I und II präsentiert, um einen Einblick in die Praxis zu erhalten.

Moderation: Detlef Lippert (SyroCon Consulting GmbH)